Alien Coil – Aufbau, Funktion und Vorteile der komplexen Wicklung
Alien Coil Ratgeber: Aufbau, Wickeltechnik und Vorteile gegenüber Clapton Coil. Plus Tipps zu Draht, Widerstand und Sicherheit für Selbstwickler in der Schweiz.
Ein Alien Coil liefert dir beim Selbstwickeln mehr Oberfläche, intensiveren Geschmack und dichteren Dampf als eine einfache Rundwicklung. Der Name stammt vom fremdartigen Look der Drahtstruktur: Ein dünner Aussendraht wird so eng um mehrere Kerndrähte gelegt, dass er zwischen ihnen einsinkt und eine unregelmässige, fast organische Oberfläche bildet. In diesem Ratgeber erfährst du, wie ein Alien Coil aufgebaut ist, was ihn vom Clapton Coil unterscheidet, worauf du beim Draht, beim Widerstand und beim Wickeln achten solltest – und für welche Setups sich diese Coil-Variante überhaupt lohnt.
Der Alien Coil gehört zu den sogenannten Fancy Coils und ist eine Weiterentwicklung des Clapton Coils. Während beim Clapton ein dünner Draht gleichmässig um einen einzelnen Kerndraht gewickelt wird, besteht ein Alien aus meist drei oder vier parallelen Kerndrähten. Der dünne Aussendraht wird anschliessend unter Spannung so um dieses Bündel gelegt, dass er in die Zwischenräume der Kerne gedrückt wird. Nach dem Entspannen entsteht eine charakteristische, wellige Oberfläche – die namensgebende Alien-Struktur.
Diese Alien Wicklung vergrössert die Gesamtoberfläche des Coils deutlich. Mehr Oberfläche heisst mehr Kontakt mit dem Liquid in der Watte und damit eine schnellere, gleichmässigere Verdampfung. Typische Materialien sind Kanthal A1, Nichrom 80 oder Edelstahl 316L. Kerndrähte liegen meist bei 0.3 bis 0.4 mm, der Aussendraht bei 0.1 bis 0.12 mm. Das Ergebnis: ein optisch auffälliger, leistungsfähiger Selbstwickler Coil, der sich klar von Standard-Rundwicklungen abhebt.
Im Selbstwickelverdampfer sitzt der Alien Coil zwischen zwei Polen und wird mit Watte bestückt. Sobald du feuerst, fliesst Strom durch die Drähte, der Widerstand erzeugt Hitze, und das Liquid an der Watte verdampft. Durch die zerklüftete Oberfläche der Alien Wicklung entstehen besonders viele Hotspots, an denen Liquid schneller verdampft – das sorgt für den intensiveren Geschmack, für den diese Coil Arten bekannt sind.
Typische Einsatzbereiche
Alien Coils werden meist in Sub-Ohm-Selbstwicklern oder RDAs für Direct-to-Lung-Dampfen eingesetzt. Übliche Widerstände liegen zwischen 0.15 und 0.4 Ohm, Leistung typischerweise 50 bis 100 Watt pro Dual-Alien-Setup. Für Mund-zu-Lunge-Dampfen sind sie meist überdimensioniert.
Abgrenzung zu anderen Wicklungen
Ein Clapton Coil bringt schon mehr Oberfläche als eine Rundwicklung, bleibt aber glatter und ruhiger. Der Fused Clapton liegt dazwischen. Der Alien Coil ist die aufwendigste der gängigen Varianten – mehr Geschmack, aber auch mehr Liquid-Verbrauch und längere Aufheizzeit.
Alien Coils bekommst du entweder fertig gewickelt oder als Draht auf der Rolle zum Selbstwickeln. Beides hat seine Berechtigung – wichtig ist, dass Material, Widerstand und dein Akkuträger zusammenpassen.
- Material prüfen: Kanthal ist einsteigerfreundlich und nur im Wattmodus nutzbar. Edelstahl 316L funktioniert auch im Temperaturkontroll-Modus. Nichrom heizt schneller auf, verträgt aber keine Überhitzung.
- Widerstand und Akku abstimmen: Ein Dual-Alien-Build mit 0.15 Ohm zieht bei 80 Watt rund 23 Ampere. Deine Akkus müssen diese Dauerstrombelastung (CDR) sicher abkönnen – sonst droht Überlastung.
- Wickelwerkzeug nutzen: Alien Coils lassen sich ohne Wickelstab kaum sauber legen. Ein Coil-Jig oder eine Wickelhilfe in 2.5 bis 3 mm Innendurchmesser ist Standard.
- Watte richtig einlegen: Bio-Baumwolle locker durchziehen, nicht stopfen. Zu wenig Watte trocknet aus, zu viel verhindert das Nachfliessen des Liquids.
- Regelmässig reinigen: Bei der zerklüfteten Oberfläche der Alien Wicklung lagern sich Rückstände schneller ab. Dry-Burn bei niedriger Leistung und Abbürsten verlängert die Lebensdauer spürbar.
Ein häufiger Fehler: zu hohe Einstiegsleistung. Wickle nach dem Einbau erst bei 20 bis 30 Watt, prüfe gleichmässiges Glühen von innen nach aussen und steigere die Leistung schrittweise.
Ist ein Alien Coil für Einsteiger geeignet?
Bedingt. Das Wickeln selbst ist fortgeschritten und erfordert Übung, Werkzeug und Grundwissen zu Ohmschem Gesetz und Akkusicherheit. Einsteiger starten besser mit fertigen Alien Coils oder einem einfachen Rundwickler und arbeiten sich hoch.
Was ist der Unterschied zwischen Alien Coil und Clapton Coil?
Beim Clapton Coil wird ein dünner Draht um einen einzelnen Kerndraht gewickelt. Der Alien nutzt mehrere Kerndrähte, und der Aussendraht sinkt zwischen ihnen ein. Das Ergebnis ist mehr Oberfläche, mehr Geschmack und ein markanteres Dampfverhalten.
Wie lange hält ein Alien Coil?
Je nach Liquid und Leistung ein bis drei Wochen. Süsse, stark aromatisierte Liquids verkürzen die Lebensdauer, weil Zucker schneller verkokelt. Watte solltest du alle paar Tage wechseln, den Coil bei nachlassendem Geschmack ausglühen oder ersetzen.
Welcher Widerstand ist für Alien Coils üblich?
Single-Aliens liegen meist bei 0.3 bis 0.5 Ohm, Dual-Builds bei 0.1 bis 0.25 Ohm. Entscheidend ist, dass dein Akkuträger und deine Akkus die resultierende Stromstärke sicher liefern können.
Ein Alien Coil ist kein Einsteigerprojekt, belohnt aber mit spürbar mehr Geschmack und Dampfvolumen, sobald Wickeltechnik, Widerstand und Akkusetup stimmen. Wer seine Basics beim Selbstwickeln beherrscht und Wert auf Aroma legt, findet in dieser Wicklung eine der vielseitigsten Coil Arten. In unserem Sortiment an Coils und Wickeldraht kannst du verschiedene Varianten vergleichen, passendes Zubehör ergänzen und dich Schritt für Schritt an komplexere Builds herantasten.

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